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Warum ich DHV Sponsor bin…

Seit mittlerweile über 3 Jahren bin ich sogenannter Privatsponsor im Deutschen Hanfverband. Ich muss zugeben, der Schritt fiel mir anfangs nicht leicht. Bereits einige Jahre zuvor hatte ich mich einmal im DHV Email-Verteiler registriert, nur um mich wenige Tage danach erschrocken wieder abzumelden. Die Angst, das ich einer von wenigen tausend Menschen in Deutschland war, die diese Email bekamen und ich dadurch irgendwo beim Verfassungsschutz eine Karteikarte erhielt, lähmte mein Engagement und meinen Kampfgeist.

Gar ein Sponsor in diesem merkwürdigen, aber faszinierenden Verband zu werden, erschien mir damals gradezu wahnsinnig. Knapp einhundert Privatmenschen bezahlten offensichtlich einen regelmäßigen finanziellen Beitrag und gemeinsam mit einigen Firmen finanzierten sie so die Arbeit für die Legalisierung. Die Gruppe der Unterstützer war mir zu dieser Zeit doch deutlich zu überschaubar, um ein Teil davon sein zu wollen. Also beobachtete ich diese ganze Sache, las viel im Internet und schrieb gelegentlich Kommentare wenn ich etwas zu sagen hatte. Ich betrachtete mich als Legalisierungs-Interessiert, aber ich wusste nicht genau wie und ob ich mich einbringen könnte.

Auf meiner ersten Hanfveranstaltungen in Frankfurt traf ich den jungen Maximilian Plenert, und gab ihm meine Adresse damit er mir Flyer zur Legalisierung zuschickt. Das waren damals Grüne Jugend Flyer und ich verteilte sie mit großer Begeisterung. Auch weil ich merkte, das es mir Spaß macht mit Menschen über das Thema Hanf zu reden. Was mir nicht gefiel war die parteipolitische Bindung. Wenn ich Hanf-Flyer verteile dann will ich mit Menschen über Hanf reden und nicht über irgendwelches Parteien-Gezänk. Parteipolitik ist durchaus manchmal notwendig, aber sie ist für Hanffreunde auf der Straße erstmal abschreckend und sie erzeugt oft Gesprächsbarrieren weil immer wieder alte Fronten aufbrechen und inhaltliche Debatten überlagern. Kurz gesagt: Ich war froh als mir die ersten Flyer des DHV in die Hände fielen. Ich verteilte sie unter der Hand und auf der Straße an Fremde, aber meinen Namen auf ein solches Formular zu schreiben und abzuschicken, erschien mir immer noch als zu brisant. Gedanken an (potentielle) Arbeitgeber oder Strafverfolger waren wie ein Damoklesschwert und hielten mich davon ab, meinen völlig legitimen politischen Willen zu artikulieren und verstärkt zu befördern.

Ich begannalso durch meine jahrelangen Beobachtungen im Internet ein Gefühl für den Wert der Existenz des DHV zu bekommen. Eine große, seriös auftretende Lobbyorganisation die mit Medien und Politikern in Kontakt steht, die Kampagnen organisiert und regionale Gruppen vernetzt, sowie einen Kontakt zu europäischen und internationalen Aktivisten etabliert. Ein Kontaktpartner wo Medien ein paar Sätze bekommen, wenn sie nicht nur Thomasius oder den Polizeisprecher sondern auch noch eine andere Meinung in ihrem Cannabis-Artikel wollen.

Und natürlich kann so eine Organisation langfristig nur mit bezahlten Kräften funktionieren. Ehrenamtliche Arbeit ist eine tolle Sache, funktioniert aber nur in einem begrenzten Rahmen. Um ein wirklich perfekter Mitarbeiter zu sein, muss man sich zu 100% dem Beruf widmen, und ihn nicht nur nebenbei machen.  Wenn man nur wenige Stunden am Tag hat, fehlt die Zeit für intensive Recherchen und große Projekte. Vieles was im Internet leicht aussieht, erfordert im Hintergrund aber enorm viel Vorbereitung und Kommunikation. Das geht nicht mal so eben zum Feierabend. Es ist toll, wenn Ehrenamtler Projekte machen und gestalten, aber ich weiß auch mittlerweile aus eigener Erfahrung wie schwer es ist sich dafür Abends nach einem langen Tag noch Zeit zu nehmen.

All dieses wissend, lernte ich schließlich auch noch den entscheidenden Faktor, der mich überzeugte Privatsponsor im DHV zu werden. Es ist sicher. Niemand muss Angst vor Strafverfolgung oder Berufsverlust haben für ein finanzielles Engagement beim DHV. Nicht nur weil das Engagement für die Legalisierung an sich völlig legal ist, sondern auch weil die Daten nicht öffentlich zugänglich sind. Ich füllte das Online-Formular aus, bekam eine freundliche Email und einige Zeit nachdem ich das Geld überwiesen hatte (neutral und diskret an Georg Wurth) ein Paket mit meinen Begrüßungsgeschenken. Ebenfalls neutral und diskret verpackt. Alles wunderbar. Und durch eine Vielzahl von Online Aktionen konnte man sich auch weiterhin beteiligen, ohne groß selber öffentlich in Aktion zu treten. Mein Arbeitgeber war glücklich, und ich konnte selber entscheiden wieviel Zeit und Energie ich zusätzlich investieren wollte.

Einfacher geht es eigentlich nicht. Ein Privatsponsoring kostet knapp 60€ im Jahr, das sind ca. 16 Cent am Tag. Es soll Menschen geben, die mehr für das Papier ausgeben in welches sie ihren Hanf drehen. Natürlich sind einige von uns Hanffreunden finanziell sowieso schon in einem sehr schweren Zustand, von Repression und Diskriminierung direkt betroffen und haben wenig Geld. Euch gilt natürlich mein vollstes Verständnis, aber es gibt auch soviele die ein paar Euro erübrigen könnten um die Sache zu fördern…

Und es gibt auch jene, die auf ihrem Geld sitzen und gar nicht wissen wohin damit. Es ist eher unwahrscheinlich das diese Leute so fleißig sind hier soweit mitzulesen. Dafür gibt es die Möglichkeit der privaten Weihnachtsspendensammlung, dadurch können wir direkt auf diese Menschen zugehen und sie zu einer Spende motivieren. Ich plane dieses Jahr wieder eine solche Sammlung.

Es gibt unglaublich viele Wege um sich ehrenamtlich, anonym und/oder online für die Legalisierung einzusetzen. Hier in meinem Blog und im DHV Forum habe ich einige solcher Wege beschrieben und es gibt natürlich noch viele, viele mehr. Für mich ist aber die Grenze des Möglichen erreicht. Ich will jeden Tag an diesem Thema arbeiten und das geht nicht wenn ich nebenbei in meinem richtigen Job Verantwortung für völlig andere Dinge trage. Spätestens wenn man noch ein paar Stunden Privatleben will, muss man Entscheidungen treffen.

Ab April 2014 werde ich aller Voraussicht nach fest beim DHV arbeiten. Ich bin sehr gespannt auf die neue Zeit und hoffe ich werde mein Geld wert sein. Als überzeugter DHV Supporter werde ich natürlich weiterhin mein Bestes geben um nicht nur für die Legalisierung, sondern auch für den Hanfverband als solches Fortschritte zu erzielen. Das war schon in den letzten 2-3 Jahren als ehrenamtlicher Aktivist so, und daran wird sich natürlich auch in Zukunft nichts ändern. Natürlich werde ich selber dann Förderbeiträge an die Grüne Hilfe und das SCM entrichten. Denn der DHV ist nicht die einzige deutsche Pro-Hanf Organisaton die eine Spende wert ist.

In diesem Sinne: Let´s Legalize It!

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