Beiträge mit dem Schlagwort: Cannabis

Meine private DHV Weihnachts-Spendensammlung 2014

Schon im Jahr 2013 hatte ich mit einer Spendensammlung in meinem privaten Freundeskreis relativ großen Erfolg. Neben meiner Penetranz und den bereits vorher geführten Vorgesprächen, spielte dabei ein Faktor die entscheidende Rolle. Zusätzlich zu den DHV Firmensponsoren, die auf dem Konto eingehende Spenden bis zu einem gewissen Betrag verdoppeln, versprach nämlich auch ich selber privat etwas draufzulegen. Und zwar 50% auf den gesamten von mir gesammelten Betrag.

Würde der Betrag nach meiner Überweisung dann noch verdoppelt, kämen am Ende also von 5€ die mir jemand bar in die Spendendose drückt 15€ beim DHV an. Diese Tatsache war als Motivation sicherlich für viele Spender ein wichtiger Faktor.

Ich sammelte also zwischen dem 15.12.2013 und dem 15.1.2014 Geld bei Freunden und Bekannten ein, die sich entweder nicht trauen oder einfach nie darüber nachdenken Spenden an den DHV zu überweisen. Jeder Spender musste sich auf die Vorderseite meiner kleinen, selbst gebastelten Sammelbox schreiben. Sei es mit echtem oder falschem Namen. Dadurch konnte ich am Ende durch Vorzeigen der Box und meines Überweisungsbeleges eindeutig beweisen, dass jeder Euro auch beim DHV angekommen ist.

Nachdem ich im letzten Jahr den unglaublichen Betrag von 240 Euro eingesammelt hatte, und dann sogar die Annahme weiterer Spenden verweigern musste um meinen Eigenanteil nicht zu groß werden zu lassen, ging es dieses Jahr erstmal etwas langsamer los. Einige Freunde aus meinem Umfeld wollten nicht innerhalb von einem Jahr zwei Mal spenden, und grade die Großspender waren etwas zurückhaltender. Die fehlenden Großspenden glich ich aber aus durch eine gewachsene Offenheit und Aktivität meinerseits. Da ich mittlerweile eigentlich mit fast jedem Menschen aus meinem privaten und beruflichen Umfeld über Hanflegalisierung gesprochen habe, konnte ich auch überall die Spendenbox auf den Tisch stellen. So sammelte ich mit Engelszungen vor allem viele 5 Euro Scheine von einzelnen Menschen ein.

Immerhin 150 Euro kamen so am Ende zusammen! Plus 50 Prozent von mir macht das insgesamt 225 Euro, die ich auf Grund all des Trubels rund um die Millionärswahl schließlich 6 Tage zu spät am 21.02. auf das DHV Konto überwies. Zonk 😦  Dadurch wurde mein Beitrag nicht bei der Auswertung der Weihnachtsspendenaktion mit einbezogen, und auch nicht von den Firmensponsoren verdoppelt.

Aber mit dem Sieg im großen Millionärswahl Finale hat es sich ja gelohnt, und so werden mir wohl alle Spender diesen Fehler verzeihen, sofern sich die vielen 5€  und 10€ Spender überhaupt für solche Details interessieren 🙂 Auf jeden Fall sind alle Gelder ordnungsgemäß überwiesen, und ich kann das mit diesem Blogbeitrag auch belegen.

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Die Weihnachtsspendenaktion des DHV wurde abgeschlossen. Von daher kann ich natürlich jetzt direkt keine Nachahmer für meine Aktion mehr motivieren. Aber vielleicht denkt der Eine oder Andere ja im nächsten Jahr mal darüber nach. Einige Menschen haben wenig Geld, aber würden gerne auch finanziell mehr beitragen. So eine Sammlung ist ein guter Weg um den eigenen Beitrag zu erhöhen und Freunde für die Sache zu aktivieren.

Für mich hat sich die Aktion eben auch dadurch ausgezahlt, dass ich bei vielen Menschen Interesse für das Thema Hanflegalisierung wecken konnte. Denn wenn jemand Geld von einem will, fängt man stärker an sich mit dem Thema zu beschäftigen, als wenn derjenige einem einfach nur immer etwas erzählt. Ein etwas merkwürdiger psychologischer Effekt, aber er hatte schon im letzten Jahr recht gut funktioniert. Nehmen wir unsere Freunde mal ein bißchen in die Pflicht. Sie werden es uns nicht übel nehmen, solange wir ihre Grenzen wahren.

Let’s Legalize It!

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Warum ich DHV Sponsor bin…

Seit mittlerweile über 3 Jahren bin ich sogenannter Privatsponsor im Deutschen Hanfverband. Ich muss zugeben, der Schritt fiel mir anfangs nicht leicht. Bereits einige Jahre zuvor hatte ich mich einmal im DHV Email-Verteiler registriert, nur um mich wenige Tage danach erschrocken wieder abzumelden. Die Angst, das ich einer von wenigen tausend Menschen in Deutschland war, die diese Email bekamen und ich dadurch irgendwo beim Verfassungsschutz eine Karteikarte erhielt, lähmte mein Engagement und meinen Kampfgeist.

Gar ein Sponsor in diesem merkwürdigen, aber faszinierenden Verband zu werden, erschien mir damals gradezu wahnsinnig. Knapp einhundert Privatmenschen bezahlten offensichtlich einen regelmäßigen finanziellen Beitrag und gemeinsam mit einigen Firmen finanzierten sie so die Arbeit für die Legalisierung. Die Gruppe der Unterstützer war mir zu dieser Zeit doch deutlich zu überschaubar, um ein Teil davon sein zu wollen. Also beobachtete ich diese ganze Sache, las viel im Internet und schrieb gelegentlich Kommentare wenn ich etwas zu sagen hatte. Ich betrachtete mich als Legalisierungs-Interessiert, aber ich wusste nicht genau wie und ob ich mich einbringen könnte.

Auf meiner ersten Hanfveranstaltungen in Frankfurt traf ich den jungen Maximilian Plenert, und gab ihm meine Adresse damit er mir Flyer zur Legalisierung zuschickt. Das waren damals Grüne Jugend Flyer und ich verteilte sie mit großer Begeisterung. Auch weil ich merkte, das es mir Spaß macht mit Menschen über das Thema Hanf zu reden. Was mir nicht gefiel war die parteipolitische Bindung. Wenn ich Hanf-Flyer verteile dann will ich mit Menschen über Hanf reden und nicht über irgendwelches Parteien-Gezänk. Parteipolitik ist durchaus manchmal notwendig, aber sie ist für Hanffreunde auf der Straße erstmal abschreckend und sie erzeugt oft Gesprächsbarrieren weil immer wieder alte Fronten aufbrechen und inhaltliche Debatten überlagern. Kurz gesagt: Ich war froh als mir die ersten Flyer des DHV in die Hände fielen. Ich verteilte sie unter der Hand und auf der Straße an Fremde, aber meinen Namen auf ein solches Formular zu schreiben und abzuschicken, erschien mir immer noch als zu brisant. Gedanken an (potentielle) Arbeitgeber oder Strafverfolger waren wie ein Damoklesschwert und hielten mich davon ab, meinen völlig legitimen politischen Willen zu artikulieren und verstärkt zu befördern.

Ich begannalso durch meine jahrelangen Beobachtungen im Internet ein Gefühl für den Wert der Existenz des DHV zu bekommen. Eine große, seriös auftretende Lobbyorganisation die mit Medien und Politikern in Kontakt steht, die Kampagnen organisiert und regionale Gruppen vernetzt, sowie einen Kontakt zu europäischen und internationalen Aktivisten etabliert. Ein Kontaktpartner wo Medien ein paar Sätze bekommen, wenn sie nicht nur Thomasius oder den Polizeisprecher sondern auch noch eine andere Meinung in ihrem Cannabis-Artikel wollen.

Und natürlich kann so eine Organisation langfristig nur mit bezahlten Kräften funktionieren. Ehrenamtliche Arbeit ist eine tolle Sache, funktioniert aber nur in einem begrenzten Rahmen. Um ein wirklich perfekter Mitarbeiter zu sein, muss man sich zu 100% dem Beruf widmen, und ihn nicht nur nebenbei machen.  Wenn man nur wenige Stunden am Tag hat, fehlt die Zeit für intensive Recherchen und große Projekte. Vieles was im Internet leicht aussieht, erfordert im Hintergrund aber enorm viel Vorbereitung und Kommunikation. Das geht nicht mal so eben zum Feierabend. Es ist toll, wenn Ehrenamtler Projekte machen und gestalten, aber ich weiß auch mittlerweile aus eigener Erfahrung wie schwer es ist sich dafür Abends nach einem langen Tag noch Zeit zu nehmen.

All dieses wissend, lernte ich schließlich auch noch den entscheidenden Faktor, der mich überzeugte Privatsponsor im DHV zu werden. Es ist sicher. Niemand muss Angst vor Strafverfolgung oder Berufsverlust haben für ein finanzielles Engagement beim DHV. Nicht nur weil das Engagement für die Legalisierung an sich völlig legal ist, sondern auch weil die Daten nicht öffentlich zugänglich sind. Ich füllte das Online-Formular aus, bekam eine freundliche Email und einige Zeit nachdem ich das Geld überwiesen hatte (neutral und diskret an Georg Wurth) ein Paket mit meinen Begrüßungsgeschenken. Ebenfalls neutral und diskret verpackt. Alles wunderbar. Und durch eine Vielzahl von Online Aktionen konnte man sich auch weiterhin beteiligen, ohne groß selber öffentlich in Aktion zu treten. Mein Arbeitgeber war glücklich, und ich konnte selber entscheiden wieviel Zeit und Energie ich zusätzlich investieren wollte.

Einfacher geht es eigentlich nicht. Ein Privatsponsoring kostet knapp 60€ im Jahr, das sind ca. 16 Cent am Tag. Es soll Menschen geben, die mehr für das Papier ausgeben in welches sie ihren Hanf drehen. Natürlich sind einige von uns Hanffreunden finanziell sowieso schon in einem sehr schweren Zustand, von Repression und Diskriminierung direkt betroffen und haben wenig Geld. Euch gilt natürlich mein vollstes Verständnis, aber es gibt auch soviele die ein paar Euro erübrigen könnten um die Sache zu fördern…

Und es gibt auch jene, die auf ihrem Geld sitzen und gar nicht wissen wohin damit. Es ist eher unwahrscheinlich das diese Leute so fleißig sind hier soweit mitzulesen. Dafür gibt es die Möglichkeit der privaten Weihnachtsspendensammlung, dadurch können wir direkt auf diese Menschen zugehen und sie zu einer Spende motivieren. Ich plane dieses Jahr wieder eine solche Sammlung.

Es gibt unglaublich viele Wege um sich ehrenamtlich, anonym und/oder online für die Legalisierung einzusetzen. Hier in meinem Blog und im DHV Forum habe ich einige solcher Wege beschrieben und es gibt natürlich noch viele, viele mehr. Für mich ist aber die Grenze des Möglichen erreicht. Ich will jeden Tag an diesem Thema arbeiten und das geht nicht wenn ich nebenbei in meinem richtigen Job Verantwortung für völlig andere Dinge trage. Spätestens wenn man noch ein paar Stunden Privatleben will, muss man Entscheidungen treffen.

Ab April 2014 werde ich aller Voraussicht nach fest beim DHV arbeiten. Ich bin sehr gespannt auf die neue Zeit und hoffe ich werde mein Geld wert sein. Als überzeugter DHV Supporter werde ich natürlich weiterhin mein Bestes geben um nicht nur für die Legalisierung, sondern auch für den Hanfverband als solches Fortschritte zu erzielen. Das war schon in den letzten 2-3 Jahren als ehrenamtlicher Aktivist so, und daran wird sich natürlich auch in Zukunft nichts ändern. Natürlich werde ich selber dann Förderbeiträge an die Grüne Hilfe und das SCM entrichten. Denn der DHV ist nicht die einzige deutsche Pro-Hanf Organisaton die eine Spende wert ist.

In diesem Sinne: Let´s Legalize It!

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Ein Besuch bei „Absolute Mehrheit“

Am Sonntag dem 24. März sendete Pro7 die Sendung Absolute Mehrheit, und widmete sich darin dank des Drucks von unten dem Thema Cannabislegalisierung.

Mir war früh klar, das ich mir diese Sendung nicht am TV ansehen wollte, sondern lieber direkt vor Ort präsent sein wollte. So überlegte ich zunächst ob es jemandem möglich wäre kurzfristig noch eine Demonstration vor Ort anzumelden, wozu sich leider niemand bereit erklärte. So beschloss ich gemeinsam mit Selassikai und einer befreundeten Aktivistin, wenigstens vor Ort präsent zu sein und am Eingang Flyer an das Studiopublikum zu verteilen.

Nachdem die Eintrittskarten erst scheinbar ausverkauft waren, entdeckte ich durch Zufall am Sonntag morgen das doch wieder Karten verfügbar waren. So buchten wir kurzentschlossen drei Karten und ich setzte mich in den Zug um nach Köln zu reisen. Lange vor den anderen Gästen waren wir vor Ort und begannen damit Flyer an die Hereingehenden zu verteilen, was natürlich dazu führte, dass die Mitarbeiter uns bemerkten und nach einiger Zeit auch wegschickten. Später als dann viele Besucher vor Ort waren, kamen noch 3 Aktivisten von Cannabis Colonia vorbei, die sich einfach ohne Karte in die Reihe der Wartenden mischten, und sehr erfolgreich Flyer verteilen konnten. Meinen Respekt dafür. Dadurch wurde die Stimmung im Publikum früh gesetzt, und das Thema Cannabis wurde schon in der Wartehalle intensiv diskutiert.

Leider gab es augenscheinlich nicht mehr Aktivisten mit Eintrittskarten, so dass eine konzertierte gemeinsame Aktion nicht möglich erschien. Dennoch beschloss ich wenigstens ein DHV Plakat mit hereinzuschmuggeln. Die Sicherheitskontrolle war zwar sehr streng, aber ich kam ohne Beanstandung durch. Wir waren allerdings schon als Hanf-Aktivisten geoutet und daher (oder auch durch bloßen Zufall) setzte uns die Platzanweiserin in eine dunkle, hintere Ecke der Zuschauertribüne. So konnte man im Fernsehen leider kaum sehen, dass da hinten irgendetwas hochgehalten wird, und schon gar nicht konnte jemand das Plakat lesen. Gestört hat es allerdings auch niemanden, und ich bin mir sicher das wäre auch in der Mitte der Zuschauertribüne möglich gewesen.

Einen Versuch wars wert.

Insgesamt wäre bei dieser Live Sendung viel Potential für kreative, subversive Aktionen gewesen. Mit einigen Dutzend Leuten und einem guten Plan hätten wir die ganze Sendung nach unseren Vorstellungen mitgestalten können, um sowohl den DHV als auch die aktuell anstehenden GMM Aktionen optimal zu bewerben. Letztendlich ist es unser aller Aufgabe, solche Chancen schnell und engagiert zu ergreifen, auch wenn dies zeitliche und finanzielle Aufwendungen von jedem einzelnen verlangt. Wir müssen uns Gehör verschaffen, und wenn Medien unser Thema aufgreifen, dann sollten wir engagiert und offensiv dranbleiben und nicht lockerlassen.

Let‘s Legalize It !

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Marc und Jodie Emery – Was passiert in Kanada?

Vielen wird die Geschichte sicherlich schon bekannt sein: Marc Emery ist ein kanadischer Legalisierungsaktivist und Headshopbesitzer, der über eine lange Zeit sehr erfolgreich Hanfsamen per Post in die ganze Welt und natürlich auch in die USA verkauft hat. Mit einem Teil der Gewinne finanzierte er damals Legalisierungsgruppen in ganz Nordamerika, und machte sich dadurch bei US-Behörden ziemlich unbeliebt. Da er jedoch kanadischer Staatsbürger ist, die Staatsgrenze nie übertreten hatte, und die kanadischen Behörden den Handel mit Hanfsamen offen tolerierten, sah es lange so aus als sei er mit diesem Konzept völlig sicher. Und dementsprechend rechnete niemand mit dem, was dann kam.

Am 29.Juli 2005 wurden in Vancouver der Buchladen von Marc, sowie das Hauptquartier der BC Marijuana Party von der kanadischen Polizei gestürmt. Gleichzeitig wurde Marc auf einem Hanffest in Nova Scotia zwecks Auslieferung in die USA festgenommen. Alles auf Anfrage der US Drug Enforcement Agency,  die ganz offen und freimütig zugab, dass das Auslieferungsersuchen durchaus auch mit Marc´s politischem Engagement zusammenhing.

Hundreds of thousands of dollars of Emery’s illicit profits are known to have been channeled to marijuana legalization groups active in the United States and Canada. Drug legalization lobbyists now have one less pot of money to rely on.

Marc und seine Frau Jodie wehrten sich zunächst mit allen juristischen und politischen Mitteln gegen die Auslieferung, da aber zunächst auch 2 von Marcs engsten Mitarbeitern mit den gleichen Vorwürfen konfrontiert wurden (der Vorwurf lautete tatsächlich auf gewerbsmäßigen Handel mit Marihuana), einigte sich Marc auf einen Deal mit der DEA. Er verzichtete auf weitere Rechtsmittel und plädierte auf schuldig, dafür wurden die Vorwürfe gegen seine Mitarbeiter fallen gelassen, darunter die schwer kranke und mittlerweile leider verstorbene Cannabispatientin Michelle Rainey. 5 Jahre amerikanisches Gefängnis ohne Zugang zu medizinischem Cannabis wären für sie noch viel schwieriger zu ertragen gewesen, als für Marc selbst.

Man kann schwer ermessen, welche persönlichen Dramen sich damals abgespielt haben. Aber auch öffentlich wurde die Sache in Kanada sehr stark thematisiert, schließlich ist es schon an sich eine Besonderheit, dass ein kanadischer Staatsbürger in die USA ausgeliefert und dort vor Gericht gestellt wird, obwohl er all seine Straftaten auf kanadischem Boden begangen hatte. Die Wut war also groß, vor allem in der Hanfszene. Während seiner Wartezeit in Kanada, gab es ein permanentes Protestcamp vor dem Auslieferungsgefängnis, und sogar im weit entfernten Berlin gab es eine Demonstration für die Freilassung von Marc Emery. (Video)

Nach Marcs Auslieferung übernahm seine Frau Jodie das Geschäft, und begann gleichzeitig einen wöchentlichen Video-Blog. Dieser beschreibt auf seriöse und doch oftmals emotional tiefgreifende Art, die Entwicklungen rund um ihren inhaftierten Ehemann und die Legalisierungs-Szene ganz allgemein. Dank der starken Unterstützung von allen möglichen Menschen, kann Jodie relativ häufig zu ihm in die USA fahren, und Marc schafft es sogar aus dem Gefängnis per Post einen Internet-Blog zu betreiben! Das enorme persönliche Engagement, und die tiefe emotionale Bindung zum Thema Cannabislegalisierung hat mich selbst oft sehr beeindruckt. Besonders deutlich wurde letzteres für mich bei der Jodie-Emery-Show kurz nach den Erfolgen von Colorado und Washington. Es ist einfach unglaublich wie lange Sie und wir alle auf diesen Moment warten mussten; und wer dieses Video sieht erkennt erst richtig, welchen enormen Fortschritt der 6.11.2012 für unsere Welt bedeutet hat:

Nun wurde vor kurzem unter der neu gewählten, konservativen Regierung in Kanada die Cannabis-Gesetzgebung deutlich verschärft, vor allem durch die Einführung von Mindeststrafen ähnlich wie in Deutschland. Es ist also weiterhin viel Druck nötig, um die positiven Entwicklungen vorranzutreiben, und die negativen zu bekämpfen.  Wir alle müssen uns daran beteiligen, die Prohibition ist ein weltweites Problem und wir dürfen nicht stillstehen, bis alle Menschen auf der Welt frei von dieser Form der persönlichen Unterdrückung leben!

Marc Emery bereitet derzeit seine Kampagne für eine vorzeitige Rückführung nach Kanada vor. Kanadische Gefängnisse sind nicht nur besser für die Gesundheit als US-amerikanische, sondern vor allem wäre es für Jodie leichter ihren Ehemann regelmäßig zu besuchen, wenn sie dafür keine 2000 Meilen zurücklegen müsste. Allerdings müssen für eine Verlegung die US-Behörden zustimmen, und es erscheint momentan doch fraglich, ob sie soviel Menschlichkeit zeigen werden.

Als Europäer fällt eine direkte Beteiligung an der Kampagne schwer, aber jeder ist aufgerufen Marc mit persönlichen Briefen und Geldspenden zu unterstützen. Informationen dazu findet ihr hier. Im Gefängnis ist es nicht schön und Marc freut sich immer über englisch- oder spanischsprachige Briefe, besonders über kleine Geschichten zu politischen Entwicklungen und Legalisierungs-Protesten in Europa. Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere von euch sich die Mühe macht.

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Vorerst keine Legalisierung in Uruguay!

Frohes Neues Jahr 2013,

Leider beginnt das Jahr mit einer schlechten Nachricht, die zwar schon älter ist aber mich erst heute erreichte. Die fest geplante Legalisierung in Uruguay wird vorerst aufgeschoben. Der Präsident José Mujica hat sich, nach einer Meinungsumfrage, in der sich 64% der Befragten gegen eine Legalisierung von Cannabis aussprachen, dagegen entschieden das Vorhaben wie geplant umzusetzen.

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Mitte: Der Präsident von Uruguay José Mujica, unter CC-Lizenz von Gobierno de la Ciudad de Buenos Aires

Gleichzeitig betonte Mujica jedoch, dass er grundsätzlich an dem Vorhaben festhalten will, zum Wohle der gesamten Bevölkerung. Vorher müsse diese jedoch besser über die Schäden durch den Drogenkrieg informiert und aufgeklärt werden. Mujica betonte:  „Die Menschen müssen mehr wissen, denn momentan liefern wir sie dem Drogenhandel aus.“

Ob dies wirklich der wahre Grund für die Entscheidung ist, vermag man von außen nicht zu beurteilen. Eine einzelne Meinungsumfrage, hat allerdings bisher nur wenige Staatsoberhäupter von einer einmal getroffenen Entscheidung abgebracht. Manch einer mag eher den Druck von USA und UNO vermuten, die einen Dominoeffekt in Lateinamerika befürchten, nachdem sich eine ganze Reihe von lateinamerikanischen (Ex-) Politikern offen für die Legalisierung ausgesprochen haben.

Fest steht allerdings, dass in Uruguay genauso wie in Deutschland eine Aufklärung der Bevölkerung der erste Schritt zu einer Legalisierung ist. Insofern mag man José Mujica eingestehen, dass er der Idee noch etwas Zeit gibt, um an Akzeptanz zu gewinnen. Nicht nur in Uruguay, sondern weltweit.

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