Anreisen zur Hanfparade – Wozu der ganze Stress?

Jedes Jahr vor der Hanfparade liest man im Internet die gleichen Kommentare, warum Menschen nicht nach Berlin kommen können. Es ist zu weit, man muss arbeiten, man hat kein Geld, man findet keine Mitfahrgelegenheit oder keinen Schlafplatz…. Nun, jedes einzelne Argument mag demjenigen der es ausspricht schlüssig und logisch erscheinen. Natürlich sind hunderte Kilometer Anreiseweg oder teure Übernachtungskosten ein echtes Gegenargument für viele. Dafür habe ich auch vollstes Verständnis.

Aber wenn man dann sieht wieviel Aufwand und Kosten die gleichen Leute oftmals auf sich nehmen, um zu Musikfestivals oder nach Holland zu fahren, fragt man sich schon ob da nicht einfach die Prioritäten ein wenig „falsch“ gesetzt werden. Ich selbst bin jetzt das 5te Mal auf der Hanfparade, reise jedes Jahr aus Hessen an und gebe jedes Jahr viel Geld dafür aus. Daher will ich hier mal den Versuch unternehmen, euch zu vermitteln warum es für angehende Hanfaktivisten wichtig ist, sich diesen ganzen Stress anzutun.

Zunächst ist es natürlich grundsätzlich sinnvoll, sich an Demonstrationen und Aktionen zur Legalisierung zu beteiligen. Aber die Hanfparade ist schon etwas ganz besonderes, und hat einen Effekt nicht nur nach außen sondern auch auf die Mitdemonstranten. Die Parade zeigt uns jedes Jahr überdeutlich, das wir nicht alleine sind. Das es eine starke Gemeinschaft von Hanffreunden in Deutschland gibt, die bereit ist sich öffentlich zu engagieren. Und dieses Bewußtsein kann in jedem einzelnen Veränderungen hervorrufen. Wenn man sich sonst von der Gesellschaft unverstanden fühlt, findet man auf der Hanfparade auf einmal massenhaft Gleichgesinnte, die unabhängig von ihrem eigenen Konsum die politische Situation richtig analysieren, und sich der Forderung nach Legalisierung anschließen. In dieser Gemeinschaft wird auf einmal der Glaube an etwas Großes möglich. Die Legalisierung erscheint nur solange ein unglaubwürdiges und unwahrscheinliches Unterfangen, wie man noch nie mit tausenden Gleichgesinnten über die Straßen gezogen ist.  Denn das Gefühl in dieser Situation ist nicht nur erhebend, sondern auch motivierend. Hanf legalisieren ist oftmals harte Arbeit, aber kann auch durchaus Spaß machen und wenn man sich das mal bewusst macht, dann sieht man das es nicht nur darum geht etwas zur Legalisierung beizutragen sondern auch darum, sich selber ein freieres und, ja, lustigeres Leben zu ermöglichen.

So zeigt uns die Parade jedes Jahr einen Weg hin zu mehr Freiheit und Selbstbewusstsein, auch vor der politischen Legalisierung. Sie zeigt uns das eine Politisierung und Vernetzung von Hanffreunden sinnvoll, aber auch angenehm und schön für den einzelnen Beteiligten sein kann. Die Legalisierung ist ein politisches Fernziel das wir verfolgen, aber auch schon vorher können wir durch massenhaftes Engagement Freiräume erschaffen. Eine hanf-freundliche Parallelwelt ist durchaus möglich in Deutschland.

Ich selbst verbinde wunderschöne Erlebnisse mit meinen Besuchen auf der Hanfparade, sei es während der Demonstration, davor oder danach. Die Hanfparade hat mich weitergebracht und verändert. Die Möglichkeit sich in einem völlig legalen Rahmen mit Hanf zu beschäftigen bietet sich eigentlich jedem heimlichen Hanffreund, man braucht nur die Motivation dazu, und diese Motivation hole ich persönlich mir jedes Jahr im August hier ab. Ich lege frühzeitig Urlaub ein, spare ein bißchen Geld und fahre nach Berlin. Wer nicht bereit ist diesen Stress auf sich zu nehmen, der verpasst etwas. So einfach ist das.

Kommt zur Parade, zur Not mit ausgestrecktem Daumen an der Autobahn! Zeigt euer Gesicht oder setzt euch ne Sonnenbrille auf. Egal wie ihr es macht, seid einfach dabei. Es lohnt sich. Euch selbst zuliebe.

http://www.hanfparade.de

hanfparade-poster

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